10.11.2025 von Anke B
Die knuffigen Sandkatzen dagegen lassen sich meistens gut ablichten, da sie, wie alle Katzen, auch tagsüber viel schlafen, bzw. ruhen.
Die hübsche persische Leopardin Shiva und der ihr zugedachte Partner Emil haben immer noch nicht zueinander gefunden. Emil habe ich leider lange nicht gesehen, weder innen noch außen, und ich frage mich, ob er sich überhaupt noch im Zoo befindet.
Eine der beiden Tiger Schwestern hatte sich vor die Scheibe zum Außenbereich gelegt – von außen! – und vor der Scheibe – innen – knubbelten sich viele faszinierte Besucher.
Wir setzten unseren Weg fort und kamen an den Grevy Zebras vorbei, die sich alle um einen Baum auf der Anlage versammelt hatten. Sie sind auch nach ihrem Umzug mit den verbliebenen Oryxantilopen auf der neuen Anlage zusammen. auf der früher die Böhm Steppenzebras standen, die in einen anderen Zoo gezogen sind.
Unser Parkausweis lief langsam ab und ich musste mich entscheiden, welche Tiere ich in der verbleibenden Zeit noch sehen wollte. Ich entschied mich für die Königspinguine, die Braunbären und die kleinen Hirscheber mit ihren Eltern.
Im Pinguinhaus, das mir sehr gut gefällt, kamen wir gerade richtig zur Fütterung der Königspinguine, dieser großen, eindrucksvollen und mit ihrem Watschelgang drolligen Vögel, worüber ich mich freute. Ein junger Pfleger fütterte sie einzeln, mit recht großen Fischen aus einem Blecheimer, mit der Hand. Sie traten nacheinander vor – und wieder zurück, wenn sie ihren Fisch erhalten hatten. Es wirkte alles sehr geordnet und ist sicherlich trainiert worden.
Es gibt bei ihnen derzeit ein Küken, das mit seinem dunklen, dicken Daunenkleid größer wirkt als die Eltern und aussieht wie ein voluminöser Staubwedel ohne Stiel, dafür mit Schnabel und Füßen. Wenn es mal nicht irgendwo herumsteht, bewegt es sich fast so würdevoll über Land wie die Erwachsenen, irgendwie anrührend für so einen jungen Vogel. Die Großen sind, so unbeholfen sie an Land erscheinen, um so elegantere Schwimmer und es ist toll, sie unter Wasser beobachten zu können. Das dicke Küken darf allerdings noch nicht ins Wasser, es kann wegen der Daunen nicht schwimmen und würde ertrinken.
Auf der Anlage der Gaur entdeckten wir einen Fuchs. Am hellichten Tag und völlig angstfrei lief er ohne Eile an den Rindern vorbei. Er sah gut genährt aus. Geschockt, aber fasziniert sahen wir zu, wie er schließlich im Nebengehege verschwand. Ich weiß, dass Füchse im Zoo für einiges Unheil bei den Vögeln und kleineren Säugern verantwortlich sind; auch große Vögel wie Coscoroba Schwäne und Marabus sind ihnen schon zum Opfer gefallen, als sie nachts noch nicht in die Ställe gesperrt wurden. Andererseits sind sie schöne und intelligente Tiere und bekämpfen aktiv die Ratten- und Mäuseplage in der Stadt.
Derzeit ist die Vogelgrippe die größte Gefahr für viele Vögel. Gefährdete Tiere auf den Außenanlagen im Zoo mussten in die Innenställe oder in Volieren umgesetzt werden. Es bricht mir das Herz, wenn ich an die vielen Kraniche und andere Zugvögel denke, die schon daran gestorben sind oder an die massenhaft gekeulten – fürchterliches Wort – Nutztiere.
Bei den Braunbären lagen noch Reste von Möhren und anderem Gemüse auf dem Boden ihrer Anlage, gegenüber vom Spielplatz. Bei den Bären stieß das auf kein Interesse mehr und Krähen stehen nicht so nicht auf Gemüse … Ich musste an die Fütterungen früher denken, als ihnen Fische, Brote, Weintrauben und Fleisch zugeworfen wurden, neben den obligatorischen Möhren.
Zwei der Bärenbrüder liefen herum und der dritte hatte sich im hinteren Bereich der Anlage für eine Siesta hingelegt. Ich mag sie alle drei, finde sie ausgesprochen gutaussehend und charmant und bin dem Zoo sehr dankbar, dass sie hier aufgenommen wurden, nachdem Orsa geschlossen wurde.
Die drei Anlagen im „Aquarium“ mit den drei Meter hohen, mit bedruckter Folie beklebten Glasscheiben und die Eisbären Anlage sind derzeit leer und ungenutzt. Einen Lippenbären habe ich schon lange nicht mehr gesehen und die Eis- ,Kragen- und Malaienbären fehlen ja schon länger. Löwin Amira, die hier hinter der Kulissen untergebracht war, habe ich lange nicht brüllen hören, sie ist vermutlich gestorben. So gehen sie alle dahin, sang – und klanglos.
Ich finde es sehr traurig, dass das damals so attraktive Bärenrevier mit vielen, sehr liebenswerten Bären in der Form nicht mehr existiert und die gewohnten Pfleger offenbar alle weg sind, auch die jungen – nicht nur in diesem Revier. Es gibt nicht nur einen unkommentierten Schwund bei vielen Tieren im Zoo, sondern auch bei den Pflegern und sogar bei den Gärtnern, auch bei den jungen …
Aber dafür gibt es ja jetzt die Pandabären, die in der Hauptsache Bambus fressen und schlafen und ihre riesige, wunderschön gestaltete Anlage zum Großteil leider nicht nutzen. An den Scheiben zu ihrem Innenbereich hat man Glück, wenn man sie überhaupt sehen – wenigstens teilweise -, gar fotografieren kann, was durch die Spiegelungen im Glas aber zu „interessanten“ Aufnahmen führt. Meist steht man dort in drangvoller Enge, sobald auch nur ein Tätzchen zuckt.
Die Pandas kosten den Zoo als Leihgabe sehr, sehr, sehr viel Geld, das an anderer Stelle gespart oder eingenommen werden muss. Ein hoher Preis, vielleicht zu hoch.Ich mag sie, finde sie wunderhübsch und drollig mit ihren Micky Maus Ohren, die beim Fressen hin und her wackeln und ihre Kinder sind bezaubernd. Aber für mich kompensieren sie nicht, was mir im Zoo inzwischen schmerzlich fehlt.
Unser Weg zu den Hirschebern führte an den Pekaris vorbei, die man, wenn man an ihrem Gehege steht, nicht nur sehen, sondern auch riechen kann … Wir sahen vier Jungtiere, die deutlich heller waren als ihre Eltern, von denen zwei augenscheinlich noch gesäugt wurden. Ich habe mich über diese im Vergleich noch große Gruppe von Tieren gefreut.
Die Hirscheber nebenan zeigten sich zu unserer Freude als Familie: Vater, Mutter und zwei muntere Kinder, die herum wuselten, kleine Scheinkämpfe führten und sich sogar frech mit den Krähen auf der Anlage anlegten. Toll, dass es bei ihnen endlich mit dem lange Jahre ersehnten und erhofften Nachwuchs geklappt hat! Ihre Minis sind nicht die schönsten Tierkinder. Aber drollig, neugierig und offenbar sehr lebenslustig. Also „voll süß“! 🙂
Wir hatten leider keine Zeit mehr, irgendwo stehen zu bleiben, ohne ein Knöllchen zu riskieren und verließen den Zoo auf direktem Weg zum Ausgang. Wir kamen an einem Eiswagen vorbei, der sich bei dem schönen Wetter wieder über mehr Kundschaft freuen durfte. Eis geht immer, aber uns blieb leider keine Zeit mehr, uns anzustellen.
















Be the first to comment