2.6.2026 – Photos: Petra Ballon, Quelle: Zoo Heidelberg
Im Zoo Heidelberg gibt es einzigartigen Nachwuchs: Die Asiatische Goldkatze hat Anfang März zwei männliche Jungtiere geboren. Die beiden kleinen Kater sind für den internationalen Artenschutz von großer Bedeutung – der Bestand dieser scheuen Katzenart in europäischen Zoos ist mit nur sechs erwachsenen Tieren extrem gering. In Deutschland ist der Zoo Heidelberg neben dem Tierpark Berlin die einzige zoologische Einrichtung, die aktuell Goldkatzen hält. „Nun leben insgesamt acht Goldkatzen in den Zoos Europas,“ freut sich Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Selbst Große Pandas sind im Vergleich zu den Goldkatzen weit häufiger in Zoos anzutreffen und werden wesentlich öfter gezüchtet.“
Die Geburt stellte das Zoo-Team vor eine schwierige Entscheidung: Da die Jungtiere in der Nacht auf den 1. März im Außengehege geboren wurden und die Temperaturen noch sehr niedrig waren, bestand die Gefahr, dass die beiden nachts unterkühlen. „Normalerweise vermeiden wir eine Handaufzucht unbedingt, um eine Prägung auf den Menschen zu verhindern“, erklärt Kuratorin Sandra Reichler. „In diesem Fall war es jedoch die einzige Möglichkeit, das Überleben und die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere zu sichern.“
Die Aufzucht erforderte in den ersten Wochen großen Einsatz: Rund um die Uhr versorgte ein Team aus Tierpflegern, Tierärztin und Kuratorin die Jungtiere, anfangs im Zwei-Stunden-Takt – auch nachts. Die Tiere hatten kurz nach der Geburt ein Gewicht von rund 150 Gramm, die Augen waren die ersten zwei Wochen noch geschlossen. „Inzwischen haben die kleinen Goldkatzen die Augen geöffnet und beide fressen bereits Fleisch.“, erklärt Bianca Weißbarth, Leiterin des Raubtierreviers. Der Kontakt zum Menschen wird bewusst auf ein Minimum reduziert, um Fehlprägungen zu vermeiden. Auch deshalb ist es sehr wichtig, dass die beiden Jungtiere gemeinsam aufwachsen und so wichtigen Sozialkontakt untereinander haben.
Für den Zoo Heidelberg ist die Geburt ein besonderer Erfolg. Seit 1976 engagiert sich der Zoo in der Haltung und Zucht Asiatischer Goldkatzen und zählt mit insgesamt 26 erfolgreich aufgezogenen Jungtieren zu den erfahrensten Einrichtungen Europas. Dennoch liegt der letzte Zuchterfolg mehr als 20 Jahre zurück. „Die Population in europäischen Zoos ist stark zurückgegangen. Es fehlt an genetisch geeigneten Tieren für die Zucht“, so Reichler. „Die Mutter der Jungtiere stammt aus dem Tierpark Berlin, der sich sehr für die Goldkatzen engagiert und sie aus einem Zoo in Südostasien importiert hat. Wir bedanken uns bei den Kollegen in Berlin ganz herzlich und freuen uns, dass unsere Kooperation so schnell Früchte getragen hat“, erläutert Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.
Der aktuelle Nachwuchs ist für die weitere Zucht von besonderer Bedeutung: Samin und Mirza, wie die beiden Kater getauft wurden, stärken die kleine Population in Europa und leisten einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Art. „Jedes Jungtier zählt“, betont Reichler. „Ohne erfolgreiche Nachzuchten wird es in einigen Jahren keine Goldkatzen mehr in europäischen Zoos geben.“
Mit etwas Glück können Besucher die jungen Goldkatzen in den kommenden Wochen im Gehege neben den Alpakas beobachten – ein seltener Anblick: In den letzten zehn Jahren wurden in allen europäischen Zoos nur vier Goldkatzen geboren.
Die seltenen Jungtiere im Zoo Heidelberg entwickeln sich großartig
Die rund neun Wochen alten Goldkatzenkater Samin und Mirza wurden vergangene Woche gründlich untersucht. Die beiden sind kerngesund und erkunden immer häufiger ihr Außengehege im Zoo Heidelberg. Für den Artenschutz sind die seltenen Jungtiere besonders wertvoll.
Abhören, abtasten, wiegen, ein prüfender Blick ins Maul – dann ein kurzer Pieks für die Impfung. Danach wird ein kleiner Mikrochip unter die Haut gesetzt, damit die wertvollen Jungtiere ein Leben lang genau identifiziert werden können. Bei der Erstuntersuchung von Samin und Mirza wird klar, dass sich die beiden rund zwei Monate alten Kater hervorragend entwickelt haben. Mit einem Gewicht von 1470 Gramm bei Samin und 1380 Gramm bei Mirza liegen sie im optimalen Bereich. Während Mirza anfangs deutlich kleiner war als sein Bruder, hat er inzwischen gut aufgeholt. „Die Untersuchung hat gezeigt, dass beide kerngesund sind“, berichtet Revierleiterin Bianca Weißbarth. „Sie sind sehr selbstständig, brauchen keine Milch mehr und entwickeln sich genau so, wie wir es uns wünschen.“ Das Milchzahngebiss der beiden ist vollständig ausgebildet, auf dem Speiseplan steht mittlerweile ausschließlich feste Nahrung: mundgerecht vorbereitete Küken, Mäuse und etwa 400 Gramm Fleisch täglich. Die beiden Jungtiere sind aktiv und verspielt, raufen miteinander, üben das Klettern und erkunden ihre Umgebung mit wachsender Sicherheit.
Immer häufiger sind Samin und Mirza in ihrem Außengehege unterwegs, das sich direkt neben den Alpakas befindet. Kuratorin Sandra Reichler beobachtet die Entwicklung mit großer Zufriedenheit: „Es ist schön zu sehen, wie die beiden neugierig ihre Umgebung erkunden. Noch ist das Fell der beiden weich und erinnert an das typische Babyfell, wird aber allmählich kürzer und fester – so wie bei erwachsenen Goldkatzen.“
Seit der Geburt im November haben die beiden Tigerinnen Raia und Sari gut zugenommen – mittlerweile wiegt jedes Tier über zehn Kilogramm. „Beide Jungtiere sind gesund und altersgerecht entwickelt“, erklärt Zoo-Tierärztin Dr. Barbara Bach. „Sie haben inzwischen ihre zweite Impfung erhalten und zeigen sich neugierig und aktiv.“ Mit den steigenden Temperaturen erkundet der Nachwuchs immer häufiger gemeinsam mit Mutter Karis erste Bereiche der Außenanlage. Die erfahrene Tigerin kümmert sich aufmerksam um ihre beiden Töchter und begleitet sie bei den ersten Entdeckungstouren.
Die beiden Jungtiere auseinanderzuhalten ist nicht ganz einfach, denn auf den ersten Blick sehen sie sich sehr ähnlich. Wie bei allen Tigern ist jedoch das Streifenmuster im Fell einzigartig – vergleichbar mit einem menschlichen Fingerabdruck. Auch charakterlich unterscheiden sich die Geschwister voneinander: „Raya verhält sich eher ruhig und zurückhaltend, während Sari die Temperamentvolle von den beiden ist“, erklärt Weißbarth.
Die Namen der Tigerinnen haben eine passende Verbindung zum Lebensraum der Sumatra-Tiger. Der Name Sari bedeutet im Indonesischen Essenz bzw. Wesen, Raya kann mit groß bzw. großartig übersetzt werden. Sumatra-Tiger gehören zu den am stärksten bedrohten Großkatzen der Welt. Die kleinste noch lebende Tigerunterart kommt ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra vor. Durch Lebensraumverlust und Wilderei ist ihr Bestand stark geschrumpft. Schätzungen gehen davon aus, dass in der Natur nur noch rund 400 Tiere leben. Umso wichtiger sind stabile Populationen in zoologischen Einrichtungen für den Erhalt der Art.
Binta und Nouri
Das ist Meister Ludwig, der mittlerweile ein richtig großer Junge ist!
Wilma und ihr Jungtier
Die Storchenfamilie hat zwei neue Mitglieder.
Mama ist damit beschäftigt, die Babys zu füttern, die mit weit geöffneten Schnäbeln darauf warten.
Der Sommer ist da!
















Petra, ich habe mich besonders über ein Wiedersehen mit Ludwig gefreut und gratuliere dem Zoo Heidelberg zu seinem Zuchterfolg.
Danke für den umfangreichen Bericht aus Heidelberg!
Liebe Petra!
Danke für die schönen Bilder aus dem Zoo Heidelberg. Die Goldkatzen sieht man selten in den Zoos. Die kleine Katzen sind besonders schön.
Auch das Faultierkind ist niedlich.
Hugs
Ludmila
Vielen Dank für die tollen Fotos, sowie den sehr informativen Bericht dazu!!👍👌😊 Den jungen “KÄTZCHEN” alles Gute und das wünsche ich natürlich all den anderen Tieren!!! 💝
Auch ich habe mich über das Foto von Ludwig sehr gefreut !!👍🐘😊
Liebe Petra!
In Heidelberg sind sie sicher sehr stolz auf die kleinen Goldkater, eine sehr hübsche Katzenart. Aber auch der Tiger- und Löwennachwuchs kann sich sehen lassen und war sicher höchst willkommen. In Berlin warten wir ja schon länger auf Faultier-Minis; vielleicht klappt es ja dieses Jahr. Ich finde es immer sehr anrührend, wenn kleine Störche klappern. Ludwig ist vom properen Rüpel zu einem eindrucksvollen jungen Bullen geworden und hat hoffentlich gelernt, respektvoller den Damen gegenüber zu sein… Wie schön, dass wir mal wieder Bilder von ihm sehen!
Vielen Dank!
Viele Grüße
Anke