Momentaufnahmen aus dem Zoo Berlin vom 13.11.2022 – Teil 1

29.10.2022 von Anke B

Der Sonntagmorgen begann mit einer geschlossener Wolkendecke und niedrigen einstelligen Temperaturen und machte eigentlich wenig Lust auf Aktivitäten im Freien. Für mich war das aber ausnahmsweise ein positives Signal für einen Zoobesuch, weil ich davon ausging, dass sich die Besucherzahl trotz des Sonntags in Grenzen halten würde.

Aber Pustekuchen, auf der Zielgeraden, der Joachimsthaler Straße, riss die Wolkendecke auf und die Stadt leuchtete plötzlich in hellem Sonnenlicht. Es wurde doch noch ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch. Das sollte unser letzter kleiner Ausflug mit unserem 51 Jahre alten Käfer vor seinem monatelangen Winterschlaf sein. Der Zoo war gut besucht, aber zum Glück nicht überfüllt.

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Wie immer Sonntags, waren viele Familien mit kleinen Kindern im Zoo unterwegs.
Wir passierten recht schnell den Eingangsbereich, wo sie sich mit zahlreichen Kinderwagen regelrecht stauten, und gingen an den gerade Bambus schreddernden Elefantenkühen Carla, PangPha und Anchali, den fast unsichtbaren, weil auf dem Felsen perfekt getarnten Steinböcken und dem Federvieh im Hühnerhaus vorbei.

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Die Giraffen Max und Mugambi vertraten sich ihre langen Beine im Sonnenschein, während die Wasserböcke entspannt in ihrem Unterstand ruhten.

An der Anlage von Elefantenbullen Viktor und seiner langjährigen Freundin Drumbo blieben wir kurz stehen und ich sagte dem schönen Bullen wie gewohnt „Hallo“. Er schaute mich direkt an und schien mir unter beneidenswert langen und dichten Wimpern zuzublinzeln, was ich als Erwiderung meines Grußes auffasste.

Die Flamingos nebenan hatten sich alle hinter der kleinen Aussichtsplattform versammelt und kabbelten sich wie gewohnt unermüdlich mit erheblicher Lautstärke.
Wir stoppten und erfreuten uns eine Weile an diesen schönen Vögeln in ihren sanften Rosatönen. Wird es kälter, werden sie in ihren Winterstall umziehen und sind dann erst mal nicht mehr zu sehen.

Wir setzten unseren Weg fort, vorbei an größtenteils leeren Außenanlagen, in Richtung des Affen/Tropenhauses. Wir sahen genau drei Erdmännchen, die zu frieren schienen und schnell wieder in ihrem selbst gebuddelten Tunnelsystem verschwanden.

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Orang Utan Mann Mano hatte sich oben in das Drahtnetz gehängt, ließ die langen Haare wehen und hielt wonach auch immer Ausschau.

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Sein Sohn Bulan im Gehege daneben unterhielt die Besucher mit kleinen Kletterkunststückchen und las kopfüber trockene Blätter vom Boden auf, um sie zu fressen und eine Schimpansen Dame, die direkt hinter dem Maschennetz saß, betrachtete ihrerseits die Besucher prüfend.

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Mit FFP2 Maske betraten wir das Affenhaus und gingen zu unseren Lieblingen: den Orang Utans, wo nur Bini zu sehen war, die am Futterautomaten spielte und den Gorillas, bei denen die ganze Familie entspannt dem Nichtstun frönte – bis auf Tilla, die nicht aufhörte ihre Mutter Bibi zu ärgern, an ihr herum zu zupfen und zu zerren, bis diese sich resolut ihr Kind griff und an die Brust drückte. Aber nicht lang und die Kleine hatte sich befreit und war bereit für neue Abenteuer. Sie kletterte, turnte und schwang sich an den Seilen, dass es eine Freude war und den gedrängt stehenden Besuchern Laute des Entzückens entlockte.

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Djambala schaute sich das Ganze im Sitzen, betont cool und scheinbar gelangweilt an. Ob sie wohl eifersüchtig ist? Vorher war sie die Jüngste… Papa Sango saß im Hintergrund und drehte uns die ganze Zeit seinen muskulösen Rücken zu. Auch die Bonobos gegenüber hatten Spaß mit den beiden Kleinen, die miteinander spielten, sich durch den ganzen Innenbereich jagten und dabei alles an Klettermöglichkeiten nutzten und ihren Müttern mal eine Pause gönnten. Das helle Gekreische war trotz der Scheiben gut vernehmbar.

Fatou hat Thomas leider nur kurz gesehen, da sie in dem kleinen hinteren Kabuff verschwand, als im dahinter liegenden Flur das Licht anging, wo ein Pfleger offenbar mit Futter unterwegs war.

Im Übergang zum Tropenhaus bemerkten wir, dass im Innenbereich der Faultiere und Spring-Tamarine auch ein Totenkopfäffchen unterwegs war. Es schien Kontakt zu den beiden winzigen Tamarinen zu suchen, die sich eng aneinander in eine Ecke gedrückt hatten. Leider sahen wir keinen Pfleger, den wir danach fragen konnten und es gab auch kein Schild mit entsprechenden Infos.

Wir passierten die Eulenkopfmeerkatzen mit ihren putzmunteren beiden Töchtern, die Kapuziner Äffchen und die aneinander gekuschelten Hutaffen, die mit der gegenseitigen Fellpflege beschäftigt waren. Alle hatten gerade ihr Futter bekommen und wir schauten nach einem meiner speziellen Lieblinge, Kappengibbon Kaspar.
Vor seinem Gehege standen bereits einige gutgelaunte Besucher und verfolgten seine Kapriolen. Er ist m.M.n. ein kleiner Show Star, der es genießt, vor Publikum zu turnen und sich zu präsentieren.

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Er fängt in solchen Momenten mit kleinen Schaukelbewegungen an, steigert sich und schwingt sich schließlich vor den Augen seiner Fans wild an einem Seil hin und her, stoppt dann urplötzlich und prüft vermeintlich die Reaktion. Alle, die ihn dabei beobachten, müssen breit grinsen. Ich bin nicht sicher, wie viel er noch sehen kann, da er bereits eine deutliche Linsentrübung auf beiden Augen hat, aber es scheint zu reichen und ihn zu motivieren. Ich mag ihn sehr!

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Wir begrüßten noch die Klammeraffen, die mich nach der langen Zeit als Stammbesucherin, wiederzuerkennen scheinen und verließen das Haus, da unter der Maske inzwischen der Schweiß floss, sehr unangenehm.

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